LATCHO DIVES ist Romanes, die Sprache der Roma, und bedeutet EIN SCHÖNER TAG. 

Damit möchte das Festival alle Leipziger grüßen und einladen, das 1. Leipziger Kulturfestival der Roma und Sinti gemeinsam zu feiern.

Die Kultur der Roma und Sinti, ihre authentische Musik und Tanz-Kunst, die Poesie ihrer Sprache und die bildende Kunst, ist wahrhaft europäisch, weil sie – allen Ausgrenzungen zum Trotz – keine Grenzen kennt. Und sie spiegelt die eigene Leidensgeschichte wider. Im nationalsozialistisch besetzten Europa fielen eine halbe Million Roma und Sinti dem Holocaust zum Opfer – ein Verbrechen, das wie die Ermordung der europäischen Juden in seinem Ausmaß unvorstellbar bleibt. Bis heute wurde der Völkermord an den Roma und Sinti in der Geschichtsschreibung noch nicht vollständig aufgearbeitet. Aktuell ist die Integration der Roma-Gemeinschaften in Südosteuropa eine der größten europäischen Herausforderungen. Etwa 80% der 12 Millionen europäischen Roma leben in Rumänien, Bulgarien, der Slowakei, Ungarn und Serbien – vor allem in den ärmeren und entlegenen Gebieten, diskriminiert und in immer noch menschenunwürdigen Verhältnissen. Es ist an der Zeit, mit den Vorurteilen gegenüber den Roma und Sinti aufzuräumen! 

Mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Diskussionen, Ausstellungen und vor allem Begegnungen bringen der Romano Sumnal e. V., Verein der Roma und Sinti in Sachsen und das Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e. V. die Vielfalt der Kultur und Lebenswelt der Sinti und Roma in den Fokus der Leipziger Öffentlichkeit – als bewusster Beitrag gegen Vorurteile, Rassismus, Hass und Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft. 


Grußworte:


 

Burkhard Jung (Oberbürgermeister der Stadt Leipzig)


Liebe Leipzigerinnen und Leipziger,

selbst in einer so kulturprallen Stadt wie der unseren sucht man Kunst, Kultur und Lebenswirklichkeit von Sinti und Roma noch immer viel zu oft vergebens in den Veranstaltungskalendern. Das Ariowitsch-Haus  und der Romano Sumnal e.V. als Veranstalter organisieren dankenswerterweise ein eigenes kleines Festival – und werben so um Toleranz, Verständnis und Aufmerksamkeit für die bis in die heutige Zeit andauernde Lebens- und Leidensgeschichte der Sinti und Roma. Denn nicht nur das nationalsozialistische Inferno brachte rund einer halben Million Sinti und Roma den Tod, bis in die Gegenwart sind sie – vor allem in Osteuropa, wo etwa 80 Prozent der 12 Millionen europäischen Roma leben – Vertreibung, Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und Vorurteilen ausgesetzt.

Unter dem Motto „LATCHO DIVES – Ein schöner Tag“ nähert sich die Veranstaltungsreihe mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Diskussionen und Ausstellungen der kulturellen Vielfalt und  besonderen Lebenswelt europäischer Sinti und Roma.

Nehmen Sie die Einladung an, liebe Leipzigerinnen und Leipziger, lernen Sie Roma und Sinti als Teil unserer Geschichte kennen, lassen Sie uns gemeinsam erinnern, mahnen, zu Toleranz aufrufen. Und zusammen feiern während des großen Begegnungsabends am 12. September im Garten der Galerie für Zeitgenössische Kunst, mit Musik, Tanz, Poesie und kulinarischen Köstlichkeiten.  „LATCHO DIVES“!

Ihr 

Burkhard Jung

Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

Katja Meier (Sächsischen Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung)


Liebe Festivalgäste,

unter dem Motto „Latcho Dives – ein schöner Tag“ feiert Leipzig das erste Festival der Roma und Sinti. Die wertvolle Kultur und Geschichte der größten europäischen Minderheit werden durch Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und Vorführungen aus den Bereichen Kunst, Musik, Literatur, Film, Geschichte und politische Bildung in den Mittelpunkt des Geschehens rücken.

In Europa leben 10 bis 15 Millionen Roma und Sinti. Auf dem Gebiet des heutigen Sachsens leben sie seit ca. 600 Jahren und sind neben den Sorben die zweite hier lebende Minderheit. Trotz der langen gemeinsamen Geschichte erleiden Sinti und Roma Unterdrückung, und Diskriminierung und haben mit Vorurteilen und deren Folgen zu kämpfen. Antiromaismus ist eine Form des Rassismus, die leider immer noch auf vielen Ebenen der Gesellschaft tief verwurzelt ist und zu der bislang zu wenig Aufklärungs- und Präventionsarbeit geleistet wird.

Sinti und Roma gehören zu den Opfern der nationalsozialistischen Vernichtungsideologie. Die offizielle Anerkennung des Völkermordes durch die Bundesrepublik Deutschland erfolgte erst im Jahre 1982. Und auch in Sachsen gab und gibt es diskriminierende Angriffe gegen Sinti und Roma.

Gegen Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile helfen Aufklärung und Begegnung. Der Verein Romano Sumnal e.V. ist die erste und bisher einzige Selbstvertretung der Roma in Sachsen und wirkt und arbeitet sachsenweit. „Romano Sumnal“ ist Romanes und bedeutet „Welt der Roma“. Durch seine Arbeit ermöglicht der Verein Einblicke in ihre Welt und Lebensweise und stärkt das demokratische Zusammenleben.

Das neu aufgestellte Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung möchte die Grundrechte ganz besonders in den Blick nehmen. Ich halte es für an der Zeit, über einen Staatsvertrag mit den Sinti und Roma in Sachsen zu diskutieren, um auf diese Weise Sprache und Kultur systematischer zu pflegen und Bildungs- und Betreuungsangebote zu verbessern. Gleichzeitig soll unsere Arbeit auch eine Einladung an Roma und Sinti in Sachsen sein, mit uns ein demokratisches Europa zu gestalten und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern voranzubringen.

Gemeinsam stehen wir für ein respektvolles und tolerantes Miteinander ein. Das Festival der Roma und Sinti Kultur, welches der Romano Sumnal e.V. zusammen mit dem Leipziger Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. organisiert hat, ist ein guter Schritt, um ein breiteres Bewusstsein für die Anliegen der Sinti und Roma zu schaffen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude während des Festivals. Latcho Dives!

Ihre 

Katja Meier

Sächsischen Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung

Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland)


Liebe Besucherinnen und Besucher des Festivals der Roma- und Sinti-Kultur,

Sinti und Roma haben in ihrer langen europäischen Geschichte auf vielfältige Weise die Kunst und Kultur in ihren Heimatländern geprägt und bereichert – wie sie auch umgekehrt durch die Kultur ihrer jeweiligen Heimatländer geprägt wurden. Gerade in der Musik werden diese Vielfalt und das Zusammenwirken verschiedenster Einflüsse für jeden hörbar und spürbar. Kaum jemand weiß, dass etwa Vertreter der europäischen Klassik wie Haydn, Mozart und Beethoven von der Musik der ungarischen Roma beeinflusst waren.

In Zeiten, in denen in unserem Land Nationalismus, Antiziganismus und Antisemitismus zunehmen und Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion verfolgt und ermordet werden, sind kulturelle Projekte wie das Festival der Roma- und Sinti-Kultur wichtiger denn je und Ausdruck unserer lebendigen und bunten Zivilgesellschaft. Aktiv zu werden, sichtbar zu machen wie wir unser Zusammenleben gestalten wollen und den öffentlichen Raum nicht den Rechtsradikalen und Faschisten zu überlassen, bleibt eine dauerhafte Herausforderung für uns alle.

Der Verein Romano Sumnal tritt in Leipzig seit Jahren gegen Diskriminierung und für eine Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Sinti und Roma ein. Daher freut es mich besonders, dass sie zusammen mit dem Ariowitsch-Haus e. V. ein Zeichen setzen für Toleranz und Dialog.

Den Besucherinnen und Besuchern wünsche ich, die zahlreichen Anregungen, die das Festival bietet, zu nutzen, um unsere offene Gesellschaft und unsere demokratischen Werte zu verteidigen.       

Romani Rose

Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland 





  













 

 
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